Unsere Geschichte

Seit 1831
begeistern die Sängerinnen und Sänger des Konzertchors Solothurn, die Solistinnen und Solisten, die Orchester und unsere Chorleiter unser Publikum.
2025
Joël Morand übernimmt die Chorleitung des Konzertchors Solothurn
Ende 2024 reichte Adalbert Roetschi den Taktstock an Joël Morand weiter.
Roetschi bezeichnet diese Wahl als Glücksfall: «Ein junger, sensibler und toller Musiker aus Solothurn, der Erfahrung als Chorleiter mitbringt. Mit der Fähigkeit, junge Sänger zu motivieren, wird es ihm gelingen, den Konzertchor zu verjüngen. Joël Morand werde die Traditionen pflegen, aber auch neue Wege gehen.»
Erfahren Sie hier mehr über unseren Chorleiter Joël Morand.
2015
Schenkungs-Vereinbarung
Um den Bestand des ehemaligen Cäcilienvereins Solothurn in der Zentralbibliothek Solthurn zu sichern, zu erschliessen und zu vermitteln, wurde 2015 eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.
2006
Uraufführung «Zu Babel ein Turm»
Musik: Carl Rütti, Text: Ulrich Knellwolf
Das zur Feier des 175. Geburtstags des Chors in Auftrag gegebene Werk ist ein Oratorium in 11 Teilen.
War der Text des Werkes schon im Herbst 2005 vollendet, lagen die Noten des ersten Satzes erst kurz vor Jahresende vor. Weitere Teile folgten über die nächsten Monate, gerade noch vor den Sommerferien wurde der letzte Teil festgestellt. Für den Chor eine spannende Zeit des Wartens und Fragens: «Wie geht es weiter? Wie wird die Musik wohl sein?»
2006
175 Jahre Konzertchor Solothurn
2006 stand im Zeichen der 175 Jahr-Feierlichkeiten und des Entstehens der Auftragswerkes «Zu Babel ein Turm».
Regierungsrat Klaus Fischer schwärmte in seiner Festrede anlässlich des Festakts in der Säulenhalle des Landhauses Solothurn am 26. Oktober 2006:
1831 – man stelle sich dies einmal vor! Vincenzo Bellini schuf damals seine heute noch berühmte Oper «Norma»; Robert Schumann begeisterte mit den Klavierstücken «Papillon» die Musikwelt… Im selben Jahr wurde in Solothurn der Cäcilienverein gegründet.
1831 – unser Kanton hatte eine neue Verfassung. Im Gründungsjahr des Cäcilienvereins wurde die neue Staatsverfassung Solothurns von den Stimmberechtigten angenommen. … Sie brachte das vorläufige Ende einer politischen Neuorientierung, die ihren Anfang mit dem Franzoseneinfall 1798 hatte.
In dieser Zeit kam der Gründung eines Chores grosse Bedeutung zu: Mit dem Gesang erhielt das kulturelle Leben nach einer Epoche politischer Auseinandersetzungen wieder Beachtung und Gewicht.
1996
Adalbert Roetschi übernimmt die Chorleitung des Konzertchors Solothurn
Nach dem Schlussauftritt von Anton Zwolensky galt es, einen neuen Dirigenten zu finden. Es darf als Glücksfall bezeichnet werden, dass sich Adalbert Roetschi zum neuen musikalischen Leiter des Chores gewinnen liess. Er war seit Jahren mit vielen Auftritten als Pianist mit dem Verein verbunden und als Vizedirigent und Korrepetitor geschätzt und beliebt.
In seiner Laufbahn als Chorleiter gab es Fusionen mit anderen regionalen Chören, wie für das Verdi-Requiem, Dvořáks «Stabat Mater» und Haydns «Cäcilien-Messe». Doch nicht nur Klassik und Romantik standen beim Dirigenten und dem Konzertchor hoch im Kurs, auch gegenüber Zeitgenössischem zeigten sie sich aufgeschlossen.
«Der Konzertchor hat immer wieder Kompositionsaufträge vergeben. In meiner Dirigentenzeit war «Zu Babel der Turm» mit der Musik von Carl Rüti und dem Text von Ulrich Knellwolf sicher einer der Höhepunkte», erinnert sich Roetschi. Mehr über Adalbert Roetschi.
1995
Neuer Name «Konzertchor Solothurn»
Der Konzertchor der Stadt Solothurn verabschiedet sich nach fast 175 Jahren vom Namen «Cäcilienverein».
Auslöser dieser Namensänderung war eine Auseinandersetzung mit dem Mülhausener Orchester, das zuerst ein Engagement ablehnte, da sie nicht mit einem Kirchenchor auftreten wollten. Schon des Öfteren wurde der Cäcilienverein mit Kirchenchören verwechselt oder als solcher eingestuft.
Der «Cäcilienbote» wurde zu den «Konzertchor-Nachrichten».
1987
Schweizerische Uraufführung von «Die Geisterbraut» von Antonin Dvořák
Publikum und Presse waren sich einig: Der erste Auftritt von Anton Zwolensky war bestens gelungen und hinterliess einen nachhaltigen Eindruck. Allerdings wurde das Wagnis der ungewohnten Werkwahl durch einen unbefriedigenden Publikumsaufmarsch «bestraft».
1986
Anton Zwolensky übernimmt die Chorleitung des Cäcilienvereins
Nachdem Alban Roetschi nach 8‑jähriger erfolgreicher Tätigkeit altershalber demissioniert hatte, wurde Anton Zwolensky zum neuen musikalischen Leiter des Vereins gewählt.
Der gebürtige Ungar mit Schweizerpass konnte einen eindrücklichen, vielseitigen Ausbildungsausweis vorzeigen: Konzertpianist, Dirigent und Chorleiter an verschiedenen Musikschulen in Ungarn, Deutschland und in der Schweiz. Daneben bildete er sich in germanistischer Sprachwissenschaft und Literaturgeschichte weiter aus und war pädagogisch am Konservatorium Bern tätig.
1981
150 Jahre Cäcilienverein der Stadt Solothurn
Am 9. und 10. Mai 1981 bildeten die Festkonzerte im Konzertsaal Solothurn mit Werken von Vivaldi, Haydn und Beethoven den Höhepunkt der Festlichkeiten zum 150. Geburtstag des Cäcilienvereins.
Vom 30. April bis 16. Mai fand die Ausstellung «150 Jahre Cäcilienverein der Stadt Solothurn» in den Räumen der Musikabteilung der Zentralbibliothek statt.
1979
Alban Rötschi übernimmt die Chorleitung des Cäcilienvereins
Alban Roetschi wurde am 19. April 1922 in Solothurn geboren. Bis zur Matura erhielt er musikalischen Unterricht bei Richard Flury, Dino Ghisalberti und Stefan Jäggi. Er studierte am Konservatorium in Bern Klavier bei Rosemarie Stucki und Kontrapunkt bei Luc Balmer. Daneben studierte er an der Universität zehn Semester Musikwissenschaft bei Ernst Kurth. In Basel setzte er seine Studien fort mit Klavier bei Paul Baumgartner und Dirigieren bei Hans Münch.
Bereits während des Studiums leitete Roetschi die Männerchöre Lüterkofen und Gerlafingen und dirigierte die Orchestervereine Gerlafingen und Balsthal. Einen gewichtigen Teil seiner musikalischen Tätigkeit widmete er während langer Jahre den beiden gemischten Chören Lehrergesangverein Oberaargau und Cäcilienverein Solothurn.
Für den ebenfalls von ihm dirigierten Gesangverein Selzach entstand eine grössere Anzahl kirchenmusikalischer Werke. Er gründete und leitete den Kammerchor Solothurner Vokalisten in Zusammenarbeit mit den Solothurner Orgelfreunden. Mehrere Kompositionen Roetschis verdanken Entstehung und Uraufführung den Vokalisten.
Alban Roetschi war als Lehrer für Bläser und Klavier an der Kantonsschule Solothurn tätig, später auch für Schulgesang und schliesslich als Hauptlehrer am Lehrer- und am Kindergärtnerinnenseminar. Er erneuerte und verbesserte die musikalische Ausbildung an den genannten Schulen. Mit den Seminarchören realisierte er einige solothurnische Erstaufführungen, z.B. die <Carmina Burana> von Carl Orff und <Christus> von Franz Liszt, aber auch Uraufführungen eigener Werke.
Roetschi starb am 19. Februar 2015 in Solothurn im Alter von 92 Jahren. Sechs Tage zuvor war seine Frau gestorben, die Künstlerin Margrit Roetschi-Meyer (1923–2015).
1956
125 Jahre Cäcilienverein Solothurn
Zur Feier des 125. Geburtstages des Vereins komponierte Albert Jenny im Auftrag des Cäcilienvereins das Oratorium «Dem unbekannten Gott». Aus dem Gedicht des jungen solothurnischen Dichters Herbert Meier wurde das erschütternde und erbauende Textbuch, wozu Albert Jenny die geistesverwandte Musik schrieb.
Das Werk zeigt den Menschen inmitten der geistigen und materiellen Trümmer der Nachkriegszeit. Das Oratorium ist ein leidenschaftliches Werk, das den heutigen Menschen versteht, das sich aber nicht scheut, ihm die nicht moderne, ihn aber erlösende Antwort aus dem christlichen Glaubens zu schenken.
1956 waren 55 Sopranistinnen, 39 Altistinnen, 7 Tenöre und 24 Bässe aktive Vereinsmitglieder.
1944
Albert Jenny übernimmt die Chorleitung des Konzertchors Solothurn
Am 24. Januar 1944 wurde Albert Jenny zum Chorleiter erkoren. Die Wahl fiel nicht darum auf ihn, weil er ein Solothurner ist, sondern weil man in ihm einen überaus fähigen Chorerzieher erkannte, dem man mit vollem Vertrauen die musikalische Leitung des Vereins übertragen durfte.
Albert Jenny war neben seiner Lehrtätigkeit als Chor- und Orchesterdirigent tätig. Vor allem war er jedoch als Komponist aktiv. Sein Œuvre umfasst Vokalmusik, bestehend aus weltlicher, geistlicher und liturgischer Chormusik, weltlichen und geistlichen Sologesängen mit Instrumenten und Orchester.
Leider entsprach der finanzielle Erfolg der in den ersten Jahren unter der Leitung des neuen Chorleiters aufgeführten Werke («Deutsches Requiem» von Johannes Brahms und «Messias» von G. F. Händel 1945; «Messe in D» von Anton Bruckner und «Te Deum» von Richard Flury in 1946) in keiner Weise dem künstlerischen. Ein gewaltiges Defizit wartete darauf, aus der Welt geschaffen zu werden. Unterstützung erhielt der Verein durch die Behörden der Stadt und des Standes Solothurn sowie von treuen Gönnern.
Es wurden jedoch auch Rufe laut, wenn der Verein immer mit Defiziten zu rechnen habe, dann solle es sich einschränken und nur noch gelegentlich auftreten.
1943
Uraufführung des Oratoriums «Michelangelo» von Hans Haug
Diese Uraufführung fand die Beachtung der ganzen Musikwelt in der Schweiz. Eine führende Zeitung nannte Solothurn «so etwas wie die Metropole für bedeutsame schweizerische Uraufführungen».
Leider stand der finanzielle im umgekehrten Verhältnis zum künstlerischen Erfolg der Uraufführung. Dazu gesellten sich in vermehrtem Mass durch den Krieg und durch persönliche Angelegenheiten bedingte Schwierigkeiten aller Art, was zu einem aussergewöhnlich schlechten Besuch der Proben führte, deren einige überhaupt nicht abgehalten werden konnten.
1939
Kriegszeiten
Nachdem im Sommer 1939 Hans Hubers «Einsiedler Messe» und Richard Flurys «Te Deum» in der Einsiedler Klosterkirche aufgeführt wurde, sollten diese Werke auch in Solothurn erklingen.
Da aber brach anfangs September der Zweite Weltkrieg los, der fortan das künstlerische Leben und Streben des Chores schwer belasten sollte. Dirigent, Präsident und viele Sänger wurden für längere Zeit in den Militärdienst gerufen, so dass erst anfangs 1940 wieder Proben abgehalten werden konnten.
1931
Centanarfeier
Unter dem strebsamen und zielbewussten Dirigenten Dr. Erich Schild und unter dem gewandten und umsichtigen Präsidenten Dr. Edgar Steuri beging der Cäcilienverein das Jubeljahr 1931 als eine Chorgemeinschaft, die gegen 200 Sängerinnen und Sänger umfasste.
Das Schweizerische Tonkünstlerfest wurde, verbunden mit der Feier des 100. Geburtstages des Cäcilienvereins in Solothurn abgehalten.
Uraufgeführt wurden durch den Cäcilienverein zwei Werke: «Cris du Monde» von Arthur Honegger und «Messe in d‑moll» von Richard Flury. Beide Uraufführungen, welchen die Komponisten persönlich beiwohnten, wurden durch die hervorragenden Vertreter der schweizerischen Musikwelt, die in Solothurn zu Gaste waren, und durch die Berichterstatter zahlreicher Zeitungen eingehend gewürdigt, riefen, wie es bei lebendigen Werken gar nicht anders sein kann, aber auch leidenschaftliche Auseinandersetzungen der Freunde und der Gegner heutigen Kunstschaffens.
Abschluss der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag war eine Konzertreise nach Paris. Ein Empfang des Chores durch den Schweizer Gesandten Minister Alphonse Dunant und durch die Präsidenten der Schweizerkolonie, ein grosser Schweizer Heimatabend, Stadtrundfahrten, Besuch der Theater und Museen, Auskosten des Grossstadtlebens durch die «Hirtenknaben», das alles rahmte die beiden Konzertaufführungen in der modernen «Salle Pleyel» ein. Am ersten Abend dirigierte Arthur Honegger die Wiedergabe zweier seiner Orchesterwerke, worauf der Cäcilienverein unter Dr. Erich Schilds Leitung die «Cris du Monde» aufführte.
Gewaltig war freilich auch die finanzielle Last, die als Folge «verschiedener Zwischenfälle», wie es irgendwo in den Akten heisst, die Reise nach Paris nicht so rasch vergessen lassen sollte. Frei von allen Verpflichtungen wurde der Verein erst etwas zwanzig Jahre später…
1926
Der Cäcilienverein und der Männerchor haben eigene musikalische Leitungen
Als der Cäcilienverein durch die Vereinigung mit dem Schild-Chor, einem Privatchor seines Dirigenten, wieder stark geworden war an Männerstimmen, erwachte in ihm mehr und mehr auch wieder der Wille, sich ausschliesslich seiner ursprünglichen Aufgabe zu widmen und wiederum alljährlich mit einem Oratorien-Konzert vor die Öffentlichkeit zu treten. Dies führte zu einigen Spannungen mit dem Männerchor Solothurn, wollte dieser seine Hauptaufgabe, das Kunst- und Volkslied zu pflegen, gerecht werden.
bis 1926
Der Cäcilienverein wurde zu einem blossen Frauenchor
Der Cäcilienverein blieb seiner Aufgabe, der Bevölkerung der Stadt Solothurn Oratorien und Messen zu vermitteln, durch alle die Jahre hindurch treu, wenn er sich zeitweise auch vermehrt des einfacheren Liedergutes annahm. Das geschah vor allem in der Zeit, da der Chor sich mit dem Männerchor Solothurn, der 1884 aus dem Zusammenschluss der «Liedertafel» und des «Liederkranz» hervorgegangen war, zu gemeinsamen Konzerten vereinigte. In diesen Jahren wurde der Cäcilienverein zu einem blossen Frauenchor.
1922
Dr. Erich Schild wird Dirigent des Cäcilienvereins
Dr. Erich Schild wurde schon 1921 hilfsweise als Dirigent für die für Februar 1922 geplanten Aufführungen des «Requiems» von Verdi verpflichtet. Der damalige Chorleiter C. Meister bat den Verein auf ärztliches Anraten hin, auf sein Dirigat zu verzichten und trat dann Anfang 1922 gänzlich von seinen Ämter zurück.

Erich Schild hatte sich in Solothurn längst schon einen Namen geschaffen durch seine Orgelkonzerte und die vollendeten Konzerte seines privaten gemischten Chores, des «Schildchores». War es zu verwundern, dass bei der energischen Tatkraft, bei der freudigen Begeisterung des jungen Dirigenten ein frischer Wind auch in die Segel des Cäcilienvereins blies, und dass die von Anfang an hoch gesetzten Ziele der Direktion alle Mitglieder zur Anspannung ihrer Kräfte anspornten? Von einer grossen Aufführung zur anderen ohne jeglichen Unterbruch sehen wir den Verein vorwärtsstreben.
Schon am 28. Juni 1922 veranstalte der Cäcilienverein eine Feier des 70. Geburtstages von Hans Huber, selbst ein Solothurner Landsmann und Lehrer von Dr. Erich Schild.
1906
Diamantene Jubelfeier des Cäcilienvereins
Das 173. Konzert des Cäcilienverein fand am 6. Mai 1906 zur Feier des 75-jährigen Bestehens des Vereines statt. Auf dem Programm stand «Das Lied von der Glocke» für Solis, Chor und Orchester von Max Bruch.

Der Cäcilienverein zählte 1906: 16 Ehrenmitglieder, 47 Sopranistinnen, 46 Altistinnen, 6 Tenöre, 11 Bässe, 100 Passivmitglieder. 71 Männer des Männerchors Solothurn unterstützen beim Jubiläumschor.
1900
Einweihung des städtischen Saalbaues
Die musikalische Einweihung des städtischen Saalbaues fand am 21. und 22. Juli 1900 unter der Direktion Casimir Meisters durch ein gemeinschaftliches Konzert von Cäcilienverein und Männerchor statt. Nach einer künstlerischen Matinee war Haydn’s Oratorium «Die Schöpfung» der Weihegesang.

1898
Casimir Meister wird Dirigent des Cäcilienvereins
Der Verein hatte es hauptsächlich dem Rate des scheidenden Direktors Schmidt zu verdanken, in der Person des Herrn Casimir Meister einen tüchtigen, ebenbürtigen Nachfolger erhalten zu haben. Der 1869 in Matzendorf geborene Solothurner Bürger kehrte nach seiner musikalischen Ausbildung in Lausanne, München und Paris (dort lernte er französisches Wesen und französische Kunst kennen) kehrte er in die Schweizer Heimat zurück. Nach einer Station in Bulle und Glarus übersiedelte er 1898 nach seiner Vaterstadt Solothurn; als städtischer Gesangslehrer und Dirigent der beiden grösseren Gesangsvereine.

Casimir Meister schuf vier Messen sowie Offertorien und Hymnen, aber auch weltliche Chorwerke, Instrumentalmusik für Orchester, Klavier, Orgel sowie Blas- und Kammermusik. Sehr bekannt wurden seine Vertonungen der «Liedli ab em Land» des Solothurner Schriftstellers und Seminarlehrers Josef Reinhart. Sie galten bald als Volkslieder und fanden über Schulgesangbücher weite Verbreitung. Die ersten Takte der Liedmelodie von «D’Zyt isch do, d’Zyt isch do! singt’s uf em Nussbaum scho ‹guggu›» erklangen von Dezember 1926 bis Ende 1966 als Pausenzeichen von Radio Bern. Auch die Klavierbegleitung des Solothurnerliedes von Carl Robert Enzmann stammt von Meister.
1881
Goldene Jubelfeier des Cäcilienvereins
Die Jubiläumsfeier zum fünfzigjährigen Bestehen fand am 26. Mai 1881 statt. Mit Chören aus der «Schöpfung» hatte der Cäcilienverein sein Leben im Mai 1831 begonnen, so war die Wahl des Stoffes angezeigt.

Um eine möglichst vollkommene Aufführung zu erzielen, ward beschlossen, alle unsere tüchtigen Solokräfte, besonders unter den Damen, für den Chor zu verwenden und anerkannte fremde Solisten beizuziehen. An alle älteren Mitglieder, die noch gesanglustig und ‑fähig waren, erging eine Einladung und viele folgten dem Ruf. Die Tit. «Liedertafel» ward angegangen, uns beizustehen und freudig sagten sie zu.
1876
Der Cäcilienverein tritt von der in St Ursen übernommenen Verpflichtung zurück
Da infolge der Einführung eines christkatholischen Gottesdienstes in der Franziskanerkirche Herren und Damen des Vereins zur Mitwirkung beim dortigen Kirchengesange sich verpflichteten, wurde es unmöglich, die bisherige Verpflichtung, welche der Verein für die hohen Festtage in St. Ursen übernommen hatte, zu erfüllen. Man wollte keinem Mitgliede einen Zwang auferlegen, weder der einen noch der anderen Seite hin, und so trat der Cäcilienverein von der in St. Ursen übernommenen Verpflichtung zurück.
Dadurch wurde dem Director mehr Zeit für die Pflege der weltlichen Concertmusik verschafft. Ihm lag infolge seines protestantischen Bekenntnisses die katholische Kirchenmusik ferner.
1875
Carl-Julius Schmidt wird Dirigent des Cäcilienvereins
Im November 1975 wurde Carl-Julius Schmidt, der zum Gesangslehrer der Stadt gewählt worden war, neuer Director des Cäcilienvereins.

Der aus Grimma im Königreich Sachsen stammende neue Direktor wurde in der Festgabe zur diamantenen Jubelfeier wie folgt beschrieben: «Trotzdem es dem jugendlichen Musiker in der ersten Zeit etwas Mühe kosten mochte, sich in unsere hiesigen Verhältnisse einzufinden, gelang es ihm bald, sich Anerkennung und Beliebtheit zu erwerben. Bei der Direktion der Vereine wusste er von Anfang an mit seiner feinen Interpretation zu imponieren. Er verstand es das Einüben sowohl der einfachen Lieder wie der schwierigen Tonwerke zu einer angenehmen Vereinsaufgabe zu machen.»
1898 wechselte Direktor Schmidt in die Stadt Basel. Diese hatte es vermocht, den tüchtigen Dirigenten, der sich auch als Komponist einen geachteten und beliebten Namen gemacht hatte, an sich zu fesseln. Er wirkte dort nun als Leiter des «Männerchor Basel» sowie als Lehrer an der Musikschule.
1871
H. Wilhelm Schepp wird Dirigent des Cäcilienvereins
Am 11. November 1871 wurde Herr Wilhelm Schepp aus Rotterdam zum Director gewählt.

Derselbe ward auch vom Männerchor der «Liedertafel» erwählt. Im Sommer 1875 verliess Herr Schlepp Solothurn nach vierjähriger Wirksamkeit; sein musikalischer Wandertrieb führte ihn wieder ins Ausland. Von 1878 – 1893 dirigierte er die Ulmer Liedertafel und seit 1897 hatte er sich ins Privatleben zurückgezogen.
1870
Das Jahr der drei Dirigenten:
Gustav Bergmann, Domherr A. Walther, J. Bläsi
Gustav Bergmann wurde am 5. Oktober 1869 zum Nachfolger von Herrn Munziger gewählt. Schon am 6. Mai 1879 reichte Director Bergmann seine Demission ein. Er war zum Gesangslehrer in Laufenburg erwählt worden.
Die Proben wurden bis zur Wahl eines neuen Directors von Präsident Bläsi geleitet, unterstützt von Domkaplan Walther. Die Kriegszeiten, welche auf unsere Landesverhältnisse störend einwirkten und den Präsidenten Bläsi als Commandanten eines solothurnerischen Bataillons auf längere Zeit wegriefen, verzögerten das Winterkonzert bis zum 18. März 1871.
1869
Dr. Carl Munzinger übernimmt die Chorleitung des Cäcilienvereins
Carl Munzinger wurde 1869 zum Director des Cäcilienvereins gewählt, nachdem er schon über ein Jahr als Vice-Director der Cäcilienvereins und seit vielen Jahren als Director des Männerchors der «Liedertafel» tätig war.

Ende Mai konnte in Verbindung mit der «Liedertafel» der 100. Psalm von Händel und «Comala» von N. Gnade aufgeführt werden. Dieses erste Konzert unter Direction des Herrn Munzinger wurde im Oktober als dessen Abschiedskonzert wiederholt. Er war von der Regierung des Kantons Bern als Gesangslehrer der dortigen Kantonsschule gewählt worden.
1861
Feier des 30jährigen Bestehens
Zur Feier des 30jährigen Bestehens fand am 24. November 1861 ein historisches Konzert mit 16 Volksliedern verschiedener Nationen (hebräisch, schwedisch, schottisch, neugriechisch, chinesisch, indisch, polnisch, bergisch, französisch, irisch, andalusisch, spanisch, tirolisch, schwarzwäldisch, altschweizerisch) und mit 12 Nummern Hausmusik aus vier Jahrhunderten statt.
1860
Saumseligkeit
Nach 29jähriger Leitung entschied sich der Direktor sein Directorat niederzulegen. Von Seiten der Vereins wurden alle Schritte getahn den Director zur Zurücknahme seiner Demisson zu bewegen, alle seine Wünsche sollen berücksichtigt und wenn möglich erfüllt, besonders der Saumseligkeit der Mitglieder im Besuche der Proben und sogar auch der Concerte durch Bussgelder gesteuert und ebenso auch die übrigen Übelstände gehoben werden.
Nachdem der Director seine Demission zurücknahm, wurde ein Präsidium geschaffen und die Vereinsstatuten wurden revidiert. Die damals 84 Mitglieder unterschrieben die neuen Statuen eigenhändig.
1860
Schenkungsvertrag
Am 19. März 1860 fasste das Comite folgenden Beschluss:
«Der Cäcilienverein tritt mit heutigem Datum an die hohe Regierung des Kantons Solothurn zu Handen des Staates als alleiniges und unbeschränktes Eigenthum ab: die musikalische Bibliothek des Vereins mit dem Vorbehalt, dass für alle Zukunft dieselbe dem Vereine zur Benutzung überlassen werden sollte.»
Der Wert der Bibliothek wurde zum Zeitpunkt der Schenkung auf 4653 Fr. geschätzt.
Am 24. Dezember 1860 hat der Regierungsrath die Schenkung des Vereins mit Benutzungsrecht für die ganze Dauer seiner Existenz angenommen, sie dem Verein verdankt und das Baudepartement beauftragt einen Kasten im Übungslokal in der Kaserne zur Aufbewahrung der Musikalien anfertigen zu lassen.
1856
25jährige Jubelfeier
Am 23. November konnten die «Jahreszeiten» von Haydn zur Jubelfeier des 25jährigen Bestandes des Vereins aufgeführt werden.
Nach 25 Jahren besitzt der Verein eine musikalische Bibliothek von 345 Nummern im Ankaufspreise von 4505 Fr. 75 Cents. Werth, ein eigenes Klavier nebst anderm Mobiliar im Werthe von 927 Fr. 15 Cents.
1841
Feier des ersten Decenniums
Am 7. Juli 1841 fand die Feier des ersten Decenniums im festlich geschmückten neuen Concertsaale statt. Eröffnet wurde sie durch einen Prolog, gedichtet und vorgetragen von Hrn. J. Amiet, hernach wurde aufgeführt: Die vier Menschenalter, Cantate von Fr. Lachner.
1834
Der Cäcilienverein übernimmt die Thätigkeit zur Verherrlichung des Gottesdienstes in der Domkirche zu St. Ursen
Zu Weihnacht 1834 übernahm der Verein seine Thätigkeit zur Verherrlichung des Gottesdienstes, indem er regelmässig an sieben Hauptfesten des Jahres in der Domkirche zu St. Ursen sich hören liess. Hierbei brachte er zur Aufführung: die Messe Nr. von Aiblinger, die von André, die 3. und 4 von Cherubini, 7 Messen und ein Requiem von Drobisch, die 5. und 6. Messe von Eibler, Nr. 2 – 7 von Josef Haydn, Nr. 2 von Hummer, des Requiem von Jomelli, die Messe in H Moll von Miltiz, 3 von Mozart, die Messe in As von Naumann, die in As und die in E von Schnabel, die 4. von Seyfried, die Patroralmesse von Vogler und die erste von C. M. Weber.
1831
Gründer, Chorleiter und lebenslanger Director: Domkaplan Franz-Joseph Wohlgemuth

Geboren am 2. Oktober 1802 in Seewen, Kanton Solothurn, verbrachte er seine erste Jugendzeit bei einer Tante in dem kurz vorher noch österreichischen Städtchen Laufenburg, und kam dann im Herbst 1820 an das Kollegium in Solothurn, dessen zwei oberste Klassen er besuchte. Seine theologische Ausbildung erhielt er während 3 Jahren an der solothurnischen theologischen Anstalt und wurde 1828 in Freiburg zum Priester geweiht. 1829 wurde er als Kaplan und Organist an die Domkirche St. Urs und Viktor nach Solothurn berufen. Solothurn blieb der Ort seines Lebens und seiner Wirksamkeit. Dort leitete er den Cöciienverein musikalisch und organisatorisch bis kurz vor seinem Tod im Jahre 1869.
1831
Gründung «Cäcilienverein von Solothurn»
Es war im Maimonat des Jahres 1831, als sich mehrere Freunde der Tonkunst verbanden, um sich … in mehrstimmigem Gesange zu üben… so dass der Verein in wenigen Wochen 18 Mitglieder zählte.
Am 1.9.1831 wurde das erste Konzert vor etwas 40 Zuhörern aufgeführt. Das Programm bestand aus der «Schöpfung» von Haydn, aus «Josef und seine Brüder in Egypten» von Mehul und «Preciosa» von C. M. Weber.
1832 wurden «die sieben letzten Worte des Erlösers am Kreuz» von Haydn und die «Auferstehung» von Bach aufgeführt. 1833 nahm der Verein den Namen «Cäcilienverein» zu Ehren der hl. Cäcilia, der Patronin der Musik und des Gesangs, an.
Zwei leitende Grundregeln des neu gegründeten Chors lauteten: «Alle eigentliche Theater- oder Virtuosenmusik ist ausgeschlossen» und «Kein, wenn auch sonst noch so gutes Gesangsstück, ohne guten Text».
Die Gründung des Vereins erfolgte in einer Zeit, in der in das schweizerische Gesangwesen durch den Sängervater Nägeli neues Leben gekommen war. Durch die um das Gesangswesen im Kanton viel verdienten Ulrich und Victor Munzinger von Olten wurden Nägeli’s Weisen in den Kanton verpflanzt, auch hatte hier in Solothurn der blinde Aloys Glutz durch seine beliebten solothurnischen Volkslieder neue Freude am Liede geweckt. Zu erwähnen ist auch Herr Charles Frölicher-Lack, der aus Frankfurt a. M. nach Solothurn zurückgekehrt war und viel vom regen musikalischen Leben der reichen Handelsstadt erzählen konnte.
Bei den hier wiedergegebenen Texten handelt es sich um Originaltexte oder Extrakte aus den unten aufgeührten Quellen. Diese Texte wurden weder orthografisch noch grammatikalisch den aktuell geltenden Regeln angepasst.
Quellen:
- Konzertchor-Nachrichten des Jubiläumsjahres 2006
- Der Cäcilienbote April 1981 – Jubiläums-Nummer – Redaktion: Hans Albrecht-Maurer
- Festschrift zur 125. Geburtstagsfeier des Cäcilienvereins, verfasst im Auftrage des Vorstands von Pfarrer Lothar Affolter
- Festschrift zur 32. Tagung des Schweizerischen Tonkünstlervereins verbunden mit der Jahrhundertfeier des Cäcilienvereins Solothurn
- Festgabe zur diamantenen Jubelfeier
- Denkschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum verfasst von Dompropst J. Eggenschwiler
- Denkschrift zum 25.jährigen Jubiläum verfasst von Dr. F. Lang















