Unsere Geschichte

Der Konzertchor der Stadt Solothurn gehört zu den traditionsreichsten Chören der Region. 1831 als Cäcilienverein gegründet, ist er der älteste Oratorienchor der Stadt Solothurn und einer der ältesten Chöre des Kantons. In wenigen Jahren feiert der Konzertchor sein 200-jähriges Bestehen – mit derselben Leidenschaft, die ihn seit Generationen prägt: grosse Musik gemeinsam zum Klingen zu bringen.

Seit 1831 

begeis­tern die Sänge­rinnen und Sänger des Konzert­chors Solo­thurn, die Solis­tinnen und Solisten, die Orchester und unsere Chor­leiter unser Publikum.

2025

Joël Morand über­nimmt die Chor­lei­tung des Konzert­chors Solothurn 

Ende 2024 reichte Adal­bert Roet­schi den Takt­stock an Joël Morand weiter.

 

 

Roet­schi bezeichnet diese Wahl als Glücks­fall: «Ein junger, sensi­bler und toller Musiker aus Solo­thurn, der Erfah­rung als Chor­leiter mitbringt. Mit der Fähig­keit, junge Sänger zu moti­vieren, wird es ihm gelingen, den Konzert­chor zu verjüngen. Joël Morand werde die Tradi­tionen pflegen, aber auch neue Wege gehen.» 

Erfahren Sie hier mehr über unseren Chor­leiter Joël Morand. 

2025

2015

Schen­kungs-Verein­ba­rung

Um den Bestand des ehema­ligen Cäci­li­en­ver­eins Solo­thurn in der Zentral­bi­blio­thek Solthurn zu sichern, zu erschliessen und zu vermit­teln, wurde 2015 eine entspre­chende Verein­ba­rung unterzeichnet. 

2015

2011

Erst­auf­füh­rung in der Schweiz von «Missa Cubana» in Anwe­sen­heit des Komponisten

Die kuba­ni­sche Messe «Misa Cubana» wurde von José-Maria Vitier anläss­lich des Papst­be­suchs in Kuba kompo­niert. Die Erst­auf­füh­rung in der Schweiz liess sich der Kompo­nist nicht entgehen. 

 

2011

2006

Urauf­füh­rung «Zu Babel ein Turm»
Musik: Carl Rütti, Text: Ulrich Knellwolf

Das zur Feier des 175. Geburts­tags des Chors in Auftrag gege­bene Werk ist ein Orato­rium in 11 Teilen.

 

 

War der Text des Werkes schon im Herbst 2005 voll­endet, lagen die Noten des ersten Satzes erst kurz vor Jahres­ende vor. Weitere Teile folgten über die nächsten Monate, gerade noch vor den Sommer­fe­rien wurde der letzte Teil fest­ge­stellt. Für den Chor eine span­nende Zeit des Wartens und Fragens: «Wie geht es weiter? Wie wird die Musik wohl sein?»

2006

2006

175 Jahre Konzert­chor Solothurn 

2006 stand im Zeichen der 175 Jahr-Feier­lich­keiten und des Entste­hens der Auftrags­werkes «Zu Babel ein Turm». 

 

 

Regie­rungsrat Klaus Fischer schwärmte in seiner Fest­rede anläss­lich des Fest­akts in der Säulen­halle des Land­hauses Solo­thurn am 26. Oktober 2006:

1831 – man stelle sich dies einmal vor! Vincenzo Bellini schuf damals seine heute noch berühmte Oper «Norma»; Robert Schu­mann begeis­terte mit den Klavier­stü­cken «Papillon» die Musik­welt… Im selben Jahr wurde in Solo­thurn der Cäci­li­en­verein gegründet.

1831 – unser Kanton hatte eine neue Verfas­sung. Im Grün­dungs­jahr des Cäci­li­en­ver­eins wurde die neue Staats­ver­fas­sung Solo­thurns von den Stimm­be­rech­tigten ange­nommen. … Sie brachte das vorläu­fige Ende einer poli­ti­schen Neuori­en­tie­rung, die ihren Anfang mit dem Fran­zo­sen­ein­fall 1798 hatte. 

In dieser Zeit kam der Grün­dung eines Chores grosse Bedeu­tung zu: Mit dem Gesang erhielt das kultu­relle Leben nach einer Epoche poli­ti­scher Ausein­an­der­set­zungen wieder Beach­tung und Gewicht. 

2006

1996

Adal­bert Roet­schi über­nimmt die Chor­lei­tung des Konzert­chors Solothurn 

Nach dem Schluss­auf­tritt von Anton Zwolensky galt es, einen neuen Diri­genten zu finden. Es darf als Glücks­fall bezeichnet werden, dass sich Adal­bert Roet­schi zum neuen musi­ka­li­schen Leiter des Chores gewinnen liess. Er war seit Jahren mit vielen Auftritten als Pianist mit dem Verein verbunden und als Vize­di­ri­gent und Korre­pe­titor geschätzt und beliebt.

 

 

In seiner Lauf­bahn als Chor­leiter gab es Fusionen mit anderen regio­nalen Chören, wie für das Verdi-Requiem, Dvořáks «Stabat Mater» und Haydns «Cäci­lien-Messe». Doch nicht nur Klassik und Romantik standen beim Diri­genten und dem Konzert­chor hoch im Kurs, auch gegen­über Zeit­ge­nös­si­schem zeigten sie sich aufgeschlossen.

«Der Konzert­chor hat immer wieder Kompo­si­ti­ons­auf­träge vergeben. In meiner Diri­gen­ten­zeit war «Zu Babel der Turm» mit der Musik von Carl Rüti und dem Text von Ulrich Knell­wolf sicher einer der Höhe­punkte», erin­nert sich Roet­schi. Mehr über Adal­bert Roet­schi

1996

1995

Neuer Name «Konzert­chor Solothurn» 

Der Konzert­chor der Stadt Solo­thurn verab­schiedet sich nach fast 175 Jahren vom Namen «Cäci­li­en­verein». 

Auslöser dieser Namens­än­de­rung war eine Ausein­an­der­set­zung mit dem Mülhau­sener Orchester, das zuerst ein Enga­ge­ment ablehnte, da sie nicht mit einem Kirchen­chor auftreten wollten. Schon des Öfteren wurde der Cäci­li­en­verein mit Kirchen­chören verwech­selt oder als solcher eingestuft.

Der «Cäci­li­en­bote» wurde zu den «Konzert­chor-Nach­richten».

1995

1987

Schwei­ze­ri­sche Urauf­füh­rung von «Die Geis­ter­braut» von Antonin Dvořák

Publikum und Presse waren sich einig: Der erste Auftritt von Anton Zwolensky war bestens gelungen und hinter­liess einen nach­hal­tigen Eindruck. Aller­dings wurde das Wagnis der unge­wohnten Werk­wahl durch einen unbe­frie­di­genden Publi­kums­auf­marsch «bestraft». 

1987

1986

Anton Zwolensky über­nimmt die Chor­lei­tung des Cäcilienvereins 

Nachdem Alban Roet­schi nach 8‑jähriger erfolg­rei­cher Tätig­keit alters­halber demis­sio­niert hatte, wurde Anton Zwolensky zum neuen musi­ka­li­schen Leiter des Vereins gewählt.

 

 

Der gebür­tige Ungar mit Schwei­zer­pass konnte einen eindrück­li­chen, viel­sei­tigen Ausbil­dungs­aus­weis vorzeigen: Konzert­pia­nist, Diri­gent und Chor­leiter an verschie­denen Musik­schulen in Ungarn, Deutsch­land und in der Schweiz. Daneben bildete er sich in germa­nis­ti­scher Sprach­wis­sen­schaft und Lite­ra­tur­ge­schichte weiter aus und war pädago­gisch am Konser­va­to­rium Bern tätig.

1986

1981

150 Jahre Cäci­li­en­verein der Stadt Solothurn

Am 9. und 10. Mai 1981 bildeten die Fest­kon­zerte im Konzert­saal Solo­thurn mit Werken von Vivaldi, Haydn und Beet­hoven den Höhe­punkt der Fest­lich­keiten zum 150. Geburtstag des Cäcilienvereins. 

 

 

Vom 30. April bis 16. Mai fand die Ausstel­lung «150 Jahre Cäci­li­en­verein der Stadt Solo­thurn» in den Räumen der Musik­ab­tei­lung der Zentral­bi­blio­thek statt. 

1981

1979

Alban Rötschi über­nimmt die Chor­lei­tung des Cäcilienvereins 

Alban Roet­schi wurde am 19. April 1922 in Solo­thurn geboren. Bis zur Matura erhielt er musi­ka­li­schen Unter­richt bei Richard Flury, Dino  Ghisal­berti und Stefan Jäggi. Er studierte am Konser­va­to­rium in  Bern Klavier bei Rose­marie Stucki und Kontra­punkt bei Luc Balmer. Daneben studierte er an der Univer­sität zehn Semester Musik­wis­sen­schaft bei Ernst Kurth. In Basel setzte er seine Studien fort mit Klavier bei Paul Baum­gartner und Diri­gieren bei Hans Münch.

Bereits während des Studiums leitete Roet­schi die Männer­chöre Lüter­kofen und Gerla­fingen und diri­gierte die Orches­ter­ver­eine Gerla­fingen und Bals­thal. Einen gewich­tigen Teil seiner musi­ka­li­schen Tätig­keit widmete er während langer Jahre den beiden gemischten Chören Lehrer­ge­sang­verein Ober­aargau und Cäci­li­en­verein Solothurn.

Für den eben­falls von ihm diri­gierten Gesang­verein Selzach entstand eine grös­sere Anzahl kirchen­mu­si­ka­li­scher Werke. Er grün­dete und leitete den  Kammer­chor Solo­thurner Voka­listen in Zusam­men­ar­beit mit den Solo­thurner Orgel­freunden. Mehrere Kompo­si­tionen Roet­schis verdanken Entste­hung und Urauf­füh­rung den Vokalisten.

Alban Roet­schi war als Lehrer für Bläser und Klavier an der Kantons­schule Solo­thurn tätig, später auch für Schul­ge­sang und schliess­lich als Haupt­lehrer am  Lehrer- und am Kinder­gärt­ne­rin­nen­se­minar. Er erneu­erte und verbes­serte die musi­ka­li­sche Ausbil­dung an den genannten Schulen. Mit den Semi­nar­chören reali­sierte er einige solo­thur­ni­sche Erst­auf­füh­rungen, z.B. die <Carmina Burana> von Carl Orff und <Christus> von Franz Liszt, aber auch Urauf­füh­rungen eigener Werke.

Roet­schi starb am 19. Februar 2015 in Solo­thurn im Alter von 92 Jahren. Sechs Tage zuvor war seine Frau gestorben, die Künst­lerin Margrit Roet­schi-Meyer (1923–2015).

1979

1956

125 Jahre Cäci­li­en­verein Solothurn

Zur Feier des 125. Geburts­tages des Vereins kompo­nierte Albert Jenny im Auftrag des Cäci­li­en­ver­eins das Orato­rium «Dem unbe­kannten Gott». Aus dem Gedicht des jungen solo­thur­ni­schen Dich­ters Herbert Meier wurde das erschüt­ternde und erbau­ende Text­buch, wozu Albert Jenny die geis­tes­ver­wandte Musik schrieb. 

Das Werk zeigt den Menschen inmitten der geis­tigen und mate­ri­ellen Trümmer der Nach­kriegs­zeit. Das Orato­rium ist ein leiden­schaft­li­ches Werk, das den heutigen Menschen versteht, das sich aber nicht scheut, ihm die nicht moderne, ihn aber erlö­sende Antwort aus dem christ­li­chen Glau­bens zu schenken. 

 

 

1956 waren 55 Sopra­nis­tinnen, 39 Altis­tinnen, 7 Tenöre und 24 Bässe aktive Vereinsmitglieder. 

1956

1951

Urauf­füh­rung «TE DEUM» von Albert Jenny

1951

1944

Albert Jenny über­nimmt die Chor­lei­tung des Konzert­chors Solothurn

Am 24. Januar 1944 wurde Albert Jenny zum Chor­leiter erkoren. Die Wahl fiel nicht darum auf ihn, weil er ein Solo­thurner ist, sondern weil man in ihm einen überaus fähigen Chor­er­zieher erkannte, dem man mit vollem Vertrauen die musi­ka­li­sche Leitung des Vereins über­tragen durfte. 

 

 

Albert Jenny war neben seiner Lehr­tä­tig­keit als Chor- und Orches­ter­di­ri­gent tätig. Vor allem war er jedoch als Kompo­nist aktiv. Sein Œuvre umfasst Vokal­musik, bestehend aus welt­li­cher, geist­li­cher und litur­gi­scher Chor­musik, welt­li­chen und geist­li­chen Solo­ge­sängen mit Instru­menten und Orchester.

Leider entsprach der finan­zi­elle Erfolg der in den ersten Jahren unter der Leitung des neuen Chor­lei­ters aufge­führten Werke («Deut­sches Requiem» von Johannes Brahms und «Messias» von G. F. Händel 1945; «Messe in D» von Anton Bruckner und «Te Deum» von Richard Flury in 1946) in keiner Weise dem künst­le­ri­schen. Ein gewal­tiges Defizit wartete darauf, aus der Welt geschaffen zu werden. Unter­stüt­zung erhielt der Verein durch die Behörden der Stadt und des Standes Solo­thurn sowie von treuen Gönnern.

Es wurden jedoch auch Rufe laut, wenn der Verein immer mit Defi­ziten zu rechnen habe, dann solle es sich einschränken und nur noch gele­gent­lich auftreten. 

1944

1943

Urauf­füh­rung des Orato­riums «Michel­an­gelo» von Hans Haug

Diese Urauf­füh­rung fand die Beach­tung der ganzen Musik­welt in der Schweiz. Eine führende Zeitung nannte Solo­thurn «so etwas wie die Metro­pole für bedeut­same schwei­ze­ri­sche Uraufführungen». 

 

 

Leider stand der finan­zi­elle im umge­kehrten Verhältnis zum künst­le­ri­schen Erfolg der Urauf­füh­rung. Dazu gesellten sich in vermehrtem Mass durch den Krieg und durch persön­liche Ange­le­gen­heiten bedingte Schwie­rig­keiten aller Art, was zu einem ausser­ge­wöhn­lich schlechten Besuch der Proben führte, deren einige über­haupt nicht abge­halten werden konnten.

1943

1939

Kriegs­zeiten

Nachdem im Sommer 1939 Hans Hubers «Einsiedler Messe» und Richard Flurys «Te Deum» in der Einsiedler Klos­ter­kirche aufge­führt wurde, sollten diese Werke auch in Solo­thurn erklingen. 

 

 

Da aber brach anfangs September der Zweite Welt­krieg los, der fortan das künst­le­ri­sche Leben und Streben des Chores schwer belasten sollte. Diri­gent, Präsi­dent und viele Sänger wurden für längere Zeit in den Mili­tär­dienst gerufen, so dass erst anfangs 1940 wieder Proben abge­halten werden konnten. 

1939

1931

Centan­ar­feier

Unter dem streb­samen und ziel­be­wussten Diri­genten Dr. Erich Schild und unter dem gewandten und umsich­tigen Präsi­denten Dr. Edgar Steuri beging der Cäci­li­en­verein das Jubel­jahr 1931 als eine Chor­ge­mein­schaft, die gegen 200 Sänge­rinnen und Sänger umfasste. 

Das Schwei­ze­ri­sche Tonkünst­ler­fest wurde, verbunden mit der Feier des 100. Geburts­tages des Cäci­li­en­ver­eins in Solo­thurn abgehalten.

 

 

Urauf­ge­führt wurden durch den Cäci­li­en­verein zwei Werke: «Cris du Monde» von Arthur Honegger und «Messe in d‑moll» von Richard Flury. Beide Urauf­füh­rungen, welchen die Kompo­nisten persön­lich beiwohnten, wurden durch die hervor­ra­genden Vertreter der schwei­ze­ri­schen Musik­welt, die in Solo­thurn zu Gaste waren, und durch die Bericht­erstatter zahl­rei­cher Zeitungen einge­hend gewür­digt, riefen, wie es bei leben­digen Werken gar nicht anders sein kann, aber auch leiden­schaft­liche Ausein­an­der­set­zungen der Freunde und der Gegner heutigen Kunstschaffens. 

Abschluss der Feier­lich­keiten zum 100. Geburtstag war eine Konzert­reise nach Paris. Ein Empfang des Chores durch den Schweizer Gesandten Minister Alphonse Dunant und durch die Präsi­denten der Schwei­zer­ko­lonie, ein grosser Schweizer Heimat­abend, Stadt­rund­fahrten, Besuch der Theater und Museen, Auskosten des Gross­stadt­le­bens durch die «Hirten­knaben», das alles rahmte die beiden Konzert­auf­füh­rungen in der modernen «Salle Pleyel» ein. Am ersten Abend diri­gierte Arthur Honegger die Wieder­gabe zweier seiner Orches­ter­werke, worauf der Cäci­li­en­verein unter Dr. Erich Schilds Leitung die «Cris du Monde» aufführte. 
Gewaltig war frei­lich auch die finan­zi­elle Last, die als Folge «verschie­dener Zwischen­fälle», wie es irgendwo in den Akten heisst, die Reise nach Paris nicht so rasch vergessen lassen sollte. Frei von allen Verpflich­tungen wurde der Verein erst etwas zwanzig Jahre später… 

1931

1926

Der Cäci­li­en­verein und der Männer­chor haben eigene musi­ka­li­sche Leitungen

Als der Cäci­li­en­verein durch die Verei­ni­gung mit dem Schild-Chor, einem Privat­chor seines Diri­genten, wieder stark geworden war an Männer­stimmen, erwachte in ihm mehr und mehr auch wieder der Wille, sich ausschliess­lich seiner ursprüng­li­chen Aufgabe zu widmen und wiederum alljähr­lich mit einem Orato­rien-Konzert vor die Öffent­lich­keit zu treten. Dies führte zu einigen Span­nungen mit dem Männer­chor Solo­thurn, wollte dieser seine Haupt­auf­gabe, das Kunst- und Volks­lied zu pflegen, gerecht werden. 

1926

bis 1926

Der Cäci­li­en­verein wurde zu einem blossen Frauenchor

Der Cäci­li­en­verein blieb seiner Aufgabe, der Bevöl­ke­rung der Stadt Solo­thurn Orato­rien und Messen zu vermit­teln, durch alle die Jahre hindurch treu, wenn er sich zeit­weise auch vermehrt des einfa­cheren Lieder­gutes annahm. Das geschah vor allem in der Zeit, da der Chor sich mit dem Männer­chor Solo­thurn, der 1884 aus dem Zusam­men­schluss der «Lieder­tafel» und des «Lieder­kranz» hervor­ge­gangen war, zu gemein­samen Konzerten verei­nigte. In diesen Jahren wurde der Cäci­li­en­verein zu einem blossen Frauenchor. 

bis 1926

1922

Dr. Erich Schild wird Diri­gent des Cäcilienvereins 

Dr. Erich Schild wurde schon 1921 hilfs­weise als Diri­gent für die für Februar 1922 geplanten Auffüh­rungen des «Requiems» von Verdi verpflichtet. Der dama­lige Chor­leiter C. Meister bat den Verein auf ärzt­li­ches Anraten hin, auf sein Dirigat zu verzichten und trat dann Anfang 1922 gänz­lich von seinen Ämter zurück. 

 

 

Erich Schild hatte sich in Solo­thurn längst schon einen Namen geschaffen durch seine Orgel­kon­zerte und die voll­endeten Konzerte seines privaten gemischten Chores, des «Schild­chores». War es zu verwun­dern, dass bei der ener­gi­schen Tatkraft, bei der freu­digen Begeis­te­rung des jungen Diri­genten ein frischer Wind auch in die Segel des Cäci­li­en­ver­eins blies, und dass die von Anfang an hoch gesetzten Ziele der Direk­tion alle Mitglieder zur Anspan­nung ihrer Kräfte anspornten? Von einer grossen Auffüh­rung zur anderen ohne jegli­chen Unter­bruch sehen wir den Verein vorwärtsstreben. 

Schon am 28. Juni 1922 veran­stalte der Cäci­li­en­verein eine Feier des 70. Geburts­tages von Hans Huber, selbst ein Solo­thurner Lands­mann und Lehrer von Dr. Erich Schild. 

1922

1906

Diaman­tene Jubel­feier des Cäcilienvereins 

Das 173. Konzert des Cäci­li­en­verein fand am 6. Mai 1906 zur Feier des 75-jährigen Bestehens des Vereines statt. Auf dem Programm stand «Das Lied von der Glocke» für Solis, Chor und Orchester von Max Bruch.

 

 

Der Cäci­li­en­verein zählte 1906: 16 Ehren­mit­glieder, 47 Sopra­nis­tinnen, 46 Altis­tinnen, 6 Tenöre, 11 Bässe, 100 Passiv­mit­glieder. 71 Männer des Männer­chors Solo­thurn unter­stützen beim Jubiläumschor.

1906

1900

Einwei­hung des städ­ti­schen Saalbaues

Die musi­ka­li­sche Einwei­hung des städ­ti­schen Saal­baues fand am 21. und 22. Juli 1900 unter der Direk­tion Casimir Meis­ters durch ein gemein­schaft­li­ches Konzert von Cäci­li­en­verein und Männer­chor statt. Nach einer künst­le­ri­schen Matinee war Haydn’s Orato­rium «Die Schöp­fung» der Weihegesang. 

 

1900

1898

Casimir Meister wird Diri­gent des Cäcilienvereins 

Der Verein hatte es haupt­säch­lich dem Rate des schei­denden Direk­tors Schmidt zu verdanken, in der Person des Herrn Casimir Meister einen tüch­tigen, eben­bür­tigen Nach­folger erhalten zu haben. Der 1869 in Matzen­dorf gebo­rene Solo­thurner Bürger kehrte nach seiner musi­ka­li­schen Ausbil­dung in Lausanne, München und Paris (dort lernte er fran­zö­si­sches Wesen und fran­zö­si­sche Kunst kennen) kehrte er in die Schweizer Heimat zurück. Nach einer Station in Bulle und Glarus über­sie­delte er 1898 nach seiner Vater­stadt Solo­thurn; als städ­ti­scher Gesangs­lehrer und Diri­gent der beiden grös­seren Gesangsvereine. 

 

 

Casimir Meister schuf vier Messen sowie Offer­torien und Hymnen, aber auch welt­liche Chor­werke, Instru­men­tal­musik für Orchester, Klavier, Orgel sowie Blas- und Kammer­musik. Sehr bekannt wurden seine Verto­nungen der «Liedli ab em Land» des Solo­thurner Schrift­stel­lers und Semi­nar­leh­rers Josef Rein­hart. Sie galten bald als Volks­lieder und fanden über Schul­ge­sang­bü­cher weite Verbrei­tung. Die ersten Takte der Lied­me­lodie von «D’Zyt isch do, d’Zyt isch do! singt’s uf em Nuss­baum scho ‹guggu›» erklangen von Dezember 1926 bis Ende 1966 als Pausen­zei­chen von Radio Bern. Auch die Klavier­be­glei­tung des Solo­thur­ner­liedes von Carl Robert Enzmann stammt von Meister.

1898

1881

Goldene Jubel­feier des Cäcilienvereins 

Die Jubi­lä­ums­feier zum fünf­zig­jäh­rigen Bestehen fand am 26. Mai 1881 statt. Mit Chören aus der «Schöp­fung» hatte der Cäci­li­en­verein sein Leben im Mai 1831 begonnen, so war die Wahl des Stoffes angezeigt.

 

 

Um eine möglichst voll­kom­mene Auffüh­rung zu erzielen, ward beschlossen, alle unsere tüch­tigen Solok­räfte, beson­ders unter den Damen, für den Chor zu verwenden und aner­kannte fremde Solisten beizu­ziehen. An alle älteren Mitglieder, die noch gesang­lustig und ‑fähig waren, erging eine Einla­dung und viele folgten dem Ruf. Die Tit. «Lieder­tafel» ward ange­gangen, uns beizu­stehen und freudig sagten sie zu.

1881

1876

Der Cäci­li­en­verein tritt von der in St Ursen über­nom­menen Verpflich­tung zurück

Da infolge der Einfüh­rung eines christ­ka­tho­li­schen Gottes­dienstes in der Fran­zis­ka­ner­kirche Herren und Damen des Vereins zur Mitwir­kung beim dortigen Kirchen­ge­sange sich verpflich­teten, wurde es unmög­lich, die bishe­rige Verpflich­tung, welche der Verein für die hohen Fest­tage in St. Ursen über­nommen hatte, zu erfüllen. Man wollte keinem Mitgliede einen Zwang aufer­legen, weder der einen noch der anderen Seite hin, und so trat der Cäci­li­en­verein von der in St. Ursen über­nom­menen Verpflich­tung zurück. 

Dadurch wurde dem Director mehr Zeit für die Pflege der welt­li­chen Concert­musik verschafft. Ihm lag infolge seines protes­tan­ti­schen Bekennt­nisses die katho­li­sche Kirchen­musik ferner. 

1876

1875

Carl-Julius Schmidt wird Diri­gent des Cäcilienvereins 

Im November 1975 wurde Carl-Julius Schmidt, der zum Gesangs­lehrer der Stadt gewählt worden war, neuer Director des Cäcilienvereins.

 

 

Der aus Grimma im König­reich Sachsen stam­mende neue Direktor wurde in der Fest­gabe zur diaman­tenen Jubel­feier wie folgt beschrieben: «Trotzdem es dem jugend­li­chen Musiker in der ersten Zeit etwas Mühe kosten mochte, sich in unsere hiesigen Verhält­nisse einzu­finden, gelang es ihm bald, sich Aner­ken­nung und Beliebt­heit zu erwerben. Bei der Direk­tion der Vereine wusste er von Anfang an mit seiner feinen Inter­pre­ta­tion zu impo­nieren. Er verstand es das Einüben sowohl der einfa­chen Lieder wie der schwie­rigen Tonwerke zu einer ange­nehmen Vereins­auf­gabe zu machen.» 

1898 wech­selte Direktor Schmidt in die Stadt Basel. Diese hatte es vermocht, den tüch­tigen Diri­genten, der sich auch als Kompo­nist einen geach­teten und beliebten Namen gemacht hatte, an sich zu fesseln. Er wirkte dort nun als Leiter des «Männer­chor Basel» sowie als Lehrer an der Musikschule. 

1875

1871

H. Wilhelm Schepp wird Diri­gent des Cäcilienvereins 

Am 11. November 1871 wurde Herr Wilhelm Schepp aus Rotterdam zum Director gewählt.

 

 

Derselbe ward auch vom Männer­chor der «Lieder­tafel» erwählt. Im Sommer 1875 verliess Herr Schlepp Solo­thurn nach vier­jäh­riger Wirk­sam­keit; sein musi­ka­li­scher Wander­trieb führte ihn wieder ins Ausland. Von 1878 – 1893 diri­gierte er die Ulmer Lieder­tafel und seit 1897 hatte er sich ins Privat­leben zurückgezogen. 

1871

1870

Das Jahr der drei Diri­genten:
Gustav Berg­mann, Domherr A. Walther, J. Bläsi 

Gustav Berg­mann wurde am 5. Oktober 1869 zum Nach­folger von Herrn Munziger gewählt. Schon am 6. Mai 1879 reichte Director Berg­mann seine Demis­sion ein. Er war zum Gesangs­lehrer in Laufen­burg erwählt worden.

Die Proben wurden bis zur Wahl eines neuen Direc­tors von Präsi­dent Bläsi geleitet, unter­stützt von Domka­plan Walther. Die Kriegs­zeiten, welche auf unsere Landes­ver­hält­nisse störend einwirkten und den Präsi­denten Bläsi als Comman­danten eines solo­thur­ne­ri­schen Batail­lons auf längere Zeit wegriefen, verzö­gerten das Winter­kon­zert bis zum 18. März 1871.

1870

1869

Dr. Carl Munzinger über­nimmt die Chor­lei­tung des Cäcilienvereins 

Carl Munzinger wurde 1869 zum Director des Cäci­li­en­ver­eins gewählt, nachdem er schon über ein Jahr als Vice-Director der Cäci­li­en­ver­eins und seit vielen Jahren als Director des Männer­chors der «Lieder­tafel» tätig war.

 

 

Ende Mai konnte in Verbin­dung mit der «Lieder­tafel» der 100. Psalm von Händel und «Comala» von N. Gnade aufge­führt werden. Dieses erste Konzert unter Direc­tion des Herrn Munzinger wurde im Oktober als dessen Abschieds­kon­zert wieder­holt. Er war von der Regie­rung des Kantons Bern als Gesangs­lehrer der dortigen Kantons­schule gewählt worden.

1869

1861

Feier des 30jährigen Bestehens

Zur Feier des 30jährigen Bestehens fand am 24. November 1861 ein histo­ri­sches Konzert mit 16 Volks­lie­dern verschie­dener Nationen (hebrä­isch, schwe­disch, schot­tisch, neugrie­chisch, chine­sisch, indisch, polnisch, bergisch, fran­zö­sisch, irisch, anda­lu­sisch, spanisch, tiro­lisch, schwarz­wäl­disch, altschwei­ze­risch) und mit 12 Nummern Haus­musik aus vier Jahr­hun­derten statt. 

1861

1860

Saum­se­lig­keit

Nach 29jähriger Leitung entschied sich der Direktor sein Direc­torat nieder­zu­legen. Von Seiten der Vereins wurden alle Schritte getahn den Director zur Zurück­nahme seiner Demisson zu bewegen, alle seine Wünsche sollen berück­sich­tigt und wenn möglich erfüllt, beson­ders der Saum­se­lig­keit der Mitglieder im Besuche der Proben und sogar auch der Concerte durch Buss­gelder gesteuert und ebenso auch die übrigen Übel­stände gehoben werden. 

Nachdem der Director seine Demis­sion zurück­nahm, wurde ein Präsi­dium geschaffen und die Vereins­sta­tuten wurden revi­diert. Die damals 84 Mitglieder unter­schrieben die neuen Statuen eigenhändig.

1860

1860

Schen­kungs­ver­trag

Am 19. März 1860 fasste das Comite folgenden Beschluss: 

«Der Cäci­li­en­verein tritt mit heutigem Datum an die hohe Regie­rung des Kantons Solo­thurn zu Handen des Staates als allei­niges und unbe­schränktes Eigenthum ab: die musi­ka­li­sche Biblio­thek des Vereins mit dem Vorbe­halt, dass für alle Zukunft dieselbe dem Vereine zur Benut­zung über­lassen werden sollte.»

Der Wert der Biblio­thek wurde zum Zeit­punkt der Schen­kung auf 4653 Fr. geschätzt. 

Am 24. Dezember 1860 hat der Regie­rungs­rath die Schen­kung des Vereins mit Benut­zungs­recht für die ganze Dauer seiner Exis­tenz ange­nommen, sie dem Verein verdankt und das Baude­par­te­ment beauf­tragt einen Kasten im Übungs­lokal in der Kaserne zur Aufbe­wah­rung der Musi­ka­lien anfer­tigen zu lassen. 

1860

1856

25jährige Jubel­feier

Am 23. November konnten die «Jahres­zeiten» von Haydn zur Jubel­feier des 25jährigen Bestandes des Vereins aufge­führt werden. 

 

 

Nach 25 Jahren besitzt der Verein eine musi­ka­li­sche Biblio­thek von 345 Nummern im Ankaufs­preise von 4505 Fr. 75 Cents. Werth, ein eigenes Klavier nebst anderm Mobi­liar im Werthe von 927 Fr. 15 Cents. 

1856

1841

Feier des ersten Decenniums

Am 7. Juli 1841 fand die Feier des ersten Decen­niums im fest­lich geschmückten neuen Concert­saale statt. Eröffnet wurde sie durch einen Prolog, gedichtet und vorge­tragen von Hrn. J. Amiet, hernach wurde aufge­führt: Die vier Menschen­alter, Cantate von Fr. Lachner. 

1841

1834

Der Cäci­li­en­verein über­nimmt die Thätig­keit zur Verherr­li­chung des Gottes­dienstes in der Domkirche zu St. Ursen

Zu Weih­nacht 1834 über­nahm der Verein seine Thätig­keit zur Verherr­li­chung des Gottes­dienstes, indem er regel­mässig an sieben Haupt­festen des Jahres in der Domkirche zu St. Ursen sich hören liess. Hierbei brachte er zur Auffüh­rung: die Messe Nr. von Aiblinger, die von André, die 3. und 4 von Cheru­bini, 7 Messen und ein Requiem von Drobisch, die 5. und 6. Messe von Eibler, Nr. 2 – 7 von Josef Haydn, Nr. 2 von Hummer, des Requiem von Jomelli, die Messe in H Moll von Miltiz, 3 von Mozart, die Messe in As von Naumann, die in As und die in E von Schnabel, die 4. von Seyfried, die Patror­al­messe von Vogler und die erste von C. M. Weber. 

1834

1831

Gründer, Chor­leiter und lebens­langer Director: Domka­plan Franz-Joseph Wohlgemuth 

 

 

Geboren am 2. Oktober 1802 in Seewen, Kanton Solo­thurn, verbrachte er seine erste Jugend­zeit bei einer Tante in dem kurz vorher noch öster­rei­chi­schen Städt­chen Laufen­burg, und kam dann im Herbst 1820 an das Kolle­gium in Solo­thurn, dessen zwei oberste Klassen er besuchte. Seine theo­lo­gi­sche Ausbil­dung erhielt er während 3 Jahren an der solo­thur­ni­schen theo­lo­gi­schen Anstalt und wurde 1828 in Frei­burg zum Priester geweiht. 1829 wurde er als Kaplan und Orga­nist an die Domkirche St. Urs und Viktor nach Solo­thurn berufen. Solo­thurn blieb der Ort seines Lebens und seiner Wirk­sam­keit. Dort leitete er den Cöci­i­en­verein musi­ka­lisch und orga­ni­sa­to­risch bis kurz vor seinem Tod im Jahre 1869.

1831

1831

Grün­dung «Cäci­li­en­verein von Solothurn» 

Es war im Maimonat des Jahres 1831, als sich mehrere Freunde der Tonkunst verbanden, um sich … in mehr­stim­migem Gesange zu üben… so dass der Verein in wenigen Wochen 18 Mitglieder zählte.

Am 1.9.1831 wurde das erste Konzert vor etwas 40 Zuhö­rern aufge­führt. Das Programm bestand aus der «Schöp­fung» von Haydn, aus «Josef und seine Brüder in Egypten» von Mehul und «Preciosa» von C. M. Weber.

1832 wurden «die sieben letzten Worte des Erlö­sers am Kreuz» von Haydn und die «Aufer­ste­hung» von Bach aufge­führt. 1833 nahm der Verein den Namen «Cäci­li­en­verein» zu Ehren der hl. Cäcilia, der Patronin der Musik und des Gesangs, an.

Zwei leitende Grund­re­geln des neu gegrün­deten Chors lauteten: «Alle eigent­liche Theater- oder Virtuo­sen­musik ist ausge­schlossen» und «Kein, wenn auch sonst noch so gutes Gesangs­stück, ohne guten Text».

Die Grün­dung des Vereins erfolgte in einer Zeit, in der in das schwei­ze­ri­sche Gesang­wesen durch den Sänger­vater Nägeli neues Leben gekommen war. Durch die um das Gesangs­wesen im Kanton viel verdienten Ulrich und Victor Munzinger von Olten wurden Nägeli’s Weisen in den Kanton verpflanzt, auch hatte hier in Solo­thurn der blinde Aloys Glutz durch seine beliebten solo­thur­ni­schen Volks­lieder neue Freude am Liede geweckt. Zu erwähnen ist auch Herr Charles Fröli­cher-Lack, der aus Frank­furt a. M. nach Solo­thurn zurück­ge­kehrt war und viel vom regen musi­ka­li­schen Leben der reichen Handels­stadt erzählen konnte. 

1831

Bei den hier wieder­ge­ge­benen Texten handelt es sich um Origi­nal­texte oder Extrakte aus den unten aufge­ührten Quellen. Diese Texte wurden weder ortho­gra­fisch noch gram­ma­ti­ka­lisch den aktuell geltenden Regeln angepasst. 

Quellen:

  • Konzert­chor-Nach­richten des Jubi­lä­ums­jahres 2006
  • Der Cäci­li­en­bote April 1981 – Jubi­läums-Nummer – Redak­tion: Hans Albrecht-Maurer
  • Fest­schrift zur 125. Geburts­tags­feier des Cäci­li­en­ver­eins, verfasst im Auftrage des Vorstands von Pfarrer Lothar Affolter
  • Fest­schrift zur 32. Tagung des Schwei­ze­ri­schen Tonkünst­ler­ver­eins verbunden mit der Jahr­hun­dert­feier des Cäci­li­en­ver­eins Solothurn
  • Fest­gabe zur diaman­tenen Jubelfeier
  • Denk­schrift zum fünf­zig­jäh­rigen Jubi­läum verfasst von Dompropst J. Eggenschwiler
  • Denk­schrift zum 25.jährigen Jubi­läum verfasst von Dr. F. Lang